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Out of Paradise – der schwerste Part am Reisen ist das Zurückkehren

Du entdeckst die Welt, neue Orte, fremde Kulturen, verlierst dein Herz, triffst neue Leute, machst Erfahrungen fürs Leben, entscheidest spontan, nach Lust und Laune, lernst neue Sprachen, lachst laut, kennst keine Angst… und dann ist alles vorbei. Aus der Traum von ewiger Freiheit und Abenteuer.

Die meisten sprechen immer vom Reisen, aber was ist mit der Rückkehr nach Hause? Der Moment, in dem du dein Flugticket in die Heimat orderst, wenn dir klar wird, an diesem und wahrscheinlich keinem anderen Datum steige ich – völlig unspontan – in den Flieger. Das ist der Teil einer langen Reise vor dem es den Meisten eiskalt den Rücken herunterläuft. Der Teil, der gerne verdrängt, vergessen, im Sand verbuddelt oder im Meer ertränkt wird. Solange, bis der Kloß im Hals einem fast den Atem zuschnürt, und das Salzwasser nicht mehr vom nassen Bikini, sondern aus den Augen tropft. Das ist dann der Abflugtag. Keine Frage freut man sich auf die Familie und Freunde, Verwandte und Bekannte und die – wenn noch vorhandenen – vertrauten vier Wänden. Hat man dann aber alle gesehen und besucht, kehrt schnell der Alltag ein. Deine ersten zwei Wochen zu Hause als Geschichtenerzähler und Abenteurer gehen schnell vorbei. Dann lauscht keiner mehr gespannt deinen Erfahrungen und schwelgt mit dir in Erinnerungen. Du bist wieder da, und jeder hat sich bereits daran gewöhnt, außer du. Alle (!) arbeiten, außer du. Es scheint, als hätte sich nichts wirklich geändert, außer du. Keiner hat mehr Zeit, maximal am Wochenende, und selbst da sind die meisten bereits Wochen vorher ausgebucht, haben schon seit langem Konzerttickets für heute, im Restaurant reserviert und bestenfalls auch das Essen schon vorbestellt, seit einer Woche Kinokarten für Samstagabend oder fangen um 16 Uhr auf Knopfdruck das Relaxen im Wellness Hotel an. Die Uhren und Gemüter ticken hier nämlich nach Kalendern und Terminen, der Uni und der Arbeit, dem Freund und der Verlobten. Die Laune eines jeden fügt sich dem, was iCal für den Tag vorgesehen hat. Spontanität ist zwar jedem bekannt, wie´s wirklich funktioniert wissen aber nur die Wenigsten. Und dann kommen die Fragen: „Ja, und was machst du jetzt? Hast du schon einen Job in Aussicht? Eine Wohnung? Langsam wird’s ja auch mal Zeit für einen festen Freund? Heiraten? Kinder? Rente? schließlich muss man ja Vorsorgen – für´s Alter! Dafür arbeitet man nämlich, für´s Alter. Im Durchschnitt wird man als Frau in Deutschland 81,4 Jahre alt und die wollen gut durchdacht sein! Du kannst ja nicht nochmal 1,5 Jahre reisen. Das geht ja nicht. Das wäre außerplanmäßig und fern von der Norm. Man könnte fast meinen, unser Lebensablauf stünde schon irgendwo niedergeschrieben, dabei sind doch alles nur wage Vorhersagen. Keiner weiß, was letztendlich in 10, 20 oder 50 Jahren ist und ob sich das ganze Arbeiten und sparen für´s Alter überhaupt einmal auszahlt oder ob uns das Ende der Welt doch noch vor dem Alter einholt.

Aber‚ No risk, no fun‘ ist nicht für jedermann.

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